Der Eifel-Nikolaus ist ein gefragter Mann

Ob bei Familien, Senioren, Vereinen oder in Kindergärten: Der Eifel-Nikolaus Achim Hell ist zwischen Kirchweiler, Birgel und Wallersheim sehr beliebt. In mehr als drei Jahrzehnten hat er einiges erlebt.
Foto: Gabi Vogelsberg
 

Gerolstein. Mit "Huchjuh, draußen vom Walde komm' ich her" soll der Nikolaus in den warmen Stuben die Kinder begrüßen. Eifel-Nikolaus Achim Hell lässt sich da nicht festlegen. Der 58-jährige Gerolsteiner, bekannt als wortgewandter Humorist, stellt sich spontan auf die Runde ein, auf die er gerade trifft. Der Besuch von Kindergärten lässt das Herz des zweifachen Opas höherschlagen. Er verrät: "Zunächst sind die Kleinen noch angespannt, aber sobald ich dem ersten Kind während des Vorlesens der Legende zugezwinkert habe, ist der Bann gebrochen."

Bis zu 27 Kindergartengruppen besucht der Eifel-Nikolaus. In den Gerolsteiner Kindergarten Lindenanlage geht er zum 25. Mal, nach Birresborn sogar zum 30. Mal.

Hell, 1,96 Meter groß und stattlich gebaut, grinst: "Mein dicker Bauch ist bei den Kinder schon ein Markenzeichen. Sie wissen, wenn ich vom Himmel runterfalle, brauch ich den ja, um weich zu landen."

Der Eifel-Nikolaus hat sich zur Devise gemacht, mit Humor und Liebe auf das Gute hinzuweisen. Deswegen kommt er zwar mit dem Knecht Ruprecht (Markus Finnemann), der aber bleibt im Türrahmen stehen. Zur Seite stehen ihm bei den Auftritten die Engelchen Cathrin Rehnelt und Jessica Braun. 

Auch in vielen Familien ist Hell der Heilige Mann. Die Eltern geben ihm vorher exakte Informationen über die Kinder. Oft bekommt er vorab auch selbstgemalte Bilder. Hell: "Die hefte ich dann in mein goldenes Buch. Wenn die Kinder ihre eigenen Bilder darin sehen, ist die erste Überraschung perfekt." 

Doch manchmal staunt auch der Eifel-Nikolaus. Im Birresborner Kindergarten sagte vor Jahren ein Mädchen: "So Stiefel vom Sprudel wie du hat auch mein Papa." Hell, ehemals Angestellter beim Gerolsteiner Brunnen, hat 20 Jahre lang den Nikolaus bei Betriebs-Weihnachtsfeiern gegeben. Verärgert sei er allerdings darüber, dass das Unternehmen ihm aus Markenschutzgründen untersagte, sich "Gerolsteiner Nikolaus" zu nennen. So entstand der Eifel-Nikolaus. Hell kritisiert auch Eltern, die sich nicht um Traditionen scheren. So habe ein Vater gemeint: "Mach voran, in drei Minuten fängt die Sportschau an."

Ganz anders gehe es in etlichen Familien zu, wo zum Nikolausabend noch mehrere Generationen zusammenkommen. Gerne erzählt Hell auch von seinen Nikolaus-Auftritten in Seniorenheimen und bei Senioren-Nachmittagen. Er lobt: "Die können wenigstens noch alle Lieder und kennen Gedichte." Der Eifel-Nikolaus wird von November bis Januar auch für Weihnachtsfeiern bei Vereinen, Firmen und Treibjagden gebucht. Hell, der im Karneval als Amalie Hechelmeier auftritt, meint: "Da hat der Eifel-Nikolaus dann etliche Züge von Amalie angenommen."

Trierischer Volksfreund 2009, Gabi Vogelsberg